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Arbeitsblatt: Märchenmerkmale (Klasse 5)

4 Aufgaben zu typische Merkmale erkennen, zwei Märchen vergleichen, eigenen Märchenanfang schreiben, mit Musterlösungen zu jeder Aufgabe. Kostenlos zum Ausdrucken, ohne Anmeldung.

DeutschKlasse 5Gymnasiummit Lösungen
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Name: ______________________Datum: ____________Deutsch · Klasse 5

Märchenmerkmale erkennen, vergleichen und selbst anwenden

Deutsch – Klasse 5 (Gymnasium) – Thema: Das Märchen als epische Kleinform

Was macht ein echtes Märchen aus – und woran erkennst du das sofort? Auf diesem Arbeitsblatt lernst du typische Merkmale von Märchen kennen, vergleichst zwei bekannte Märchen und schreibst am Ende selbst den Anfang eines eigenen Märchens. Arbeite die Aufgaben in der angegebenen Reihenfolge durch.

1

Ordne jedem Märchenmerkmal das passende Beispiel zu.

1. Einleitungsformel____A) „Die Fee gab ihr eine Zauberkerze, die Wünsche erfüllte.“
2. Schlussformel____B) „Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.“
3. Zauberei und magische Gegenstände____C) „Der Held muss drei schwere Aufgaben lösen, bevor er die Prinzessin heiraten darf.“
4. Dreiheitsprinzip (magische Zahlen)____D) „Der hässliche Frosch verwandelt sich in einen stattlichen Prinzen.“
5. Gut-Böse-Schema____E) „Es war einmal ein König, der drei Töchter hatte.“
6. Verwandlung____F) „Die böse Stiefmutter quält das arme, gutherzige Mädchen.“
7. Unbestimmte Zeit- und Ortsangabe____G) „Der Junge ging in den Wald und fand dort eine Hütte.“
8. Einfache Sprache mit klarer Handlung____H) „In einem fernen Land, vor langer, langer Zeit...“
2

Entscheide, ob die folgenden Aussagen über Märchen richtig oder falsch sind.

richtigfalsch
Märchen werden in der Regel im Präteritum (der Vergangenheitsform) erzählt.
Märchen beginnen häufig, aber nicht immer, mit den Worten „Es war einmal“.
Der Erzähler in einem Märchen weiß meist alles über Gedanken und Gefühle aller Figuren (auktorialer Erzähler).
In Märchen können Tiere sprechen und handeln, aber das ist nicht in jedem Märchen so.
Volksmärchen wie die der Brüder Grimm und Kunstmärchen eines bekannten Autors sind genau dasselbe.
Typisch für Märchen ist eine klare Trennung zwischen guten und bösen Figuren.

Lies die beiden folgenden Märchenanfänge aufmerksam durch. Du kennst wahrscheinlich beide Geschichten bereits aus deiner Kindheit.

Text A – Rotkäppchen:
„Es war einmal ein kleines Mädchen, das alle nur Rotkäppchen nannten, weil es stets ein rotes Käppchen trug. Eines Tages schickte die Mutter es mit einem Korb voll Kuchen und Wein zur kranken Großmutter, die tief im Wald wohnte. ‚Bleib auf dem Weg und rede nicht mit Fremden‘, mahnte die Mutter. Doch kaum war Rotkäppchen im Wald, begegnete ihm der Wolf, der schon lange auf eine solche Gelegenheit gewartet hatte. Mit freundlicher Stimme lockte er das Mädchen vom Weg ab, um selbst als Erster bei der Großmutter zu sein.“

Text B – Hans im Glück:
„Es war einmal ein junger Mann namens Hans, der nach sieben Jahren treuer Arbeit endlich nach Hause zu seiner Mutter wandern wollte. Zum Lohn erhielt er von seinem Meister einen schweren Klumpen Gold, so groß wie sein Kopf. Mühsam schleppte Hans den Klotz auf seiner Schulter durch die Hitze, bis ihm ein Reiter auf einem Pferd entgegenkam. ‚Wie gern wäre ich auch ein Reiter‘, dachte Hans und tauschte seinen schweren Goldklumpen ohne zu zögern gegen das Pferd. Zufrieden und von seiner Last befreit, setzte er seinen Weg fort.“

3

Vergleiche die beiden Märchenanfänge aus Text A und Text B. Gehe für jedes Märchen einzeln auf Hauptfigur, Konflikt bzw. Ausgangssituation und – mithilfe deines Vorwissens – auf das Ende der Geschichte ein. Nenne außerdem eine Gemeinsamkeit und einen Unterschied zwischen beiden Märchen.

Verweiskasten – Typische Märchenmerkmale (nutze diese Liste für die nächste Aufgabe):
1 Einleitungsformel (z. B. „Es war einmal...“)
2 Schlussformel (z. B. „Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.“)
3 Zauberei und magische Gegenstände oder Figuren
4 Dreiheitsprinzip (magische Zahlen wie 3 oder 7)
5 Gut-Böse-Schema
6 Verwandlung
7 Unbestimmte Zeit- und Ortsangabe
8 Einfache Sprache mit klarer Handlung

Wortliste (Märchen-Spezialwortschatz): es war einmal, einst, vor langer, langer Zeit, mühselig, bitterböse, stiefmütterlich, von nun an, zum Dank, alsbald, da sprach

4

Schreibe nun den Anfang eines eigenen Märchens (etwa 8–10 Sätze). Verwende mindestens fünf der Merkmale aus dem Verweiskasten oben und kennzeichne jede Verwendung im Text mit einer hochgestellten Zahl, die zum jeweiligen Merkmal passt (z. B. ¹). Benutze außerdem mindestens drei Wörter aus der Wortliste. Schreibe am Ende in Klammern auf, welche Merkmale (Nummern) und welche Wortschatz-Wörter du verwendet hast.

Lösungen
  1. Aufgabe 1: 1 → E, 2 → B, 3 → A, 4 → C, 5 → F, 6 → D, 7 → H, 8 → G
  2. Aufgabe 2: Märchen werden in der Regel im Präteritum (der Vergangenheitsform) erzählt. → richtig
    Märchen beginnen häufig, aber nicht immer, mit den Worten „Es war einmal“. → richtig
    Der Erzähler in einem Märchen weiß meist alles über Gedanken und Gefühle aller Figuren (auktorialer Erzähler). → richtig
    In Märchen können Tiere sprechen und handeln, aber das ist nicht in jedem Märchen so. → richtig
    Volksmärchen wie die der Brüder Grimm und Kunstmärchen eines bekannten Autors sind genau dasselbe. → falsch
    Typisch für Märchen ist eine klare Trennung zwischen guten und bösen Figuren. → richtig
  3. Aufgabe 3: Rotkäppchen: Die Hauptfigur ist ein kleines, eher naives Mädchen, das die Warnung der Mutter nicht ganz befolgt. Der Konflikt entsteht, weil der Wolf das Mädchen täuscht und vor ihm zur Großmutter gelangen will. Aus eigenem Wissen: Am Ende rettet ein Jäger Rotkäppchen und die Großmutter aus dem Bauch des Wolfs, der Wolf wird bestraft.
    Hans im Glück: Die Hauptfigur ist Hans, ein zufriedener, genügsamer junger Mann. Der Konflikt besteht darin, dass er bei jedem Tausch einen vermeintlich besseren, in Wirklichkeit aber immer geringeren Gegenstand erhält (Gold gegen Pferd, später noch weniger Wertvolles). Aus eigenem Wissen: Am Ende verliert Hans auch den letzten Gegenstand, fühlt sich dadurch aber von aller Last befreit und ist glücklich.
    Gemeinsamkeit: Beide Geschichten beginnen mit der typischen Einleitungsformel „Es war einmal“.
    Unterschied: Rotkäppchen hat einen klaren Gegenspieler (den bösen Wolf), während Hans im Glück keinen klassischen Bösewicht hat – die Handlung entsteht allein durch Hans' eigenes, naives Verhalten. Auch die Moral unterscheidet sich: Rotkäppchen warnt vor Fremden, Hans im Glück zeigt, dass Zufriedenheit wichtiger ist als Besitz.
  4. Aufgabe 4: Es war einmal¹ in einem fernen Königreich⁷ ein armes Mädchen namens Lina, das mit seiner bitterbösen Stiefmutter⁵ in einer kleinen Hütte am Rande eines dunklen Waldes lebte. Die böse Stiefmutter behandelte das gutherzige Mädchen⁵ sehr schlecht und ließ es vom frühen Morgen bis in die Nacht mühselig arbeiten. Eines Tages begegnete Lina am Wegrand einer alten Frau, die in Wirklichkeit eine mächtige Fee war³. Zum Dank für Linas Hilfsbereitschaft schenkte ihr die Fee einen kleinen goldenen Schlüssel³, der drei verschlossene Türen im Schloss des Königs öffnen konnte⁴. „Diesen Schlüssel darfst du niemandem zeigen“, sprach die Fee geheimnisvoll und verschwand. Von nun an spürte Lina, dass sich ihr Leben bald verändern würde. Mit klopfendem Herzen versteckte sie den Schlüssel in ihrer Schürze und machte sich auf den langen Heimweg. Sie wusste noch nicht, dass dieser Schlüssel über das Schicksal des ganzen Königreichs entscheiden würde.
    (Verwendete Merkmale: 1 Einleitungsformel, 3 Zauberei/magische Figur und Gegenstand, 4 Dreiheitsprinzip, 5 Gut-Böse-Schema, 7 unbestimmte Zeit- und Ortsangabe. Verwendete Wortschatz-Wörter: bitterböse, mühselig, zum Dank, von nun an.)
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